Feng Shui

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Denn Augen haben und Betrachten ist nicht dasselbe.
                                                                             (Augustinus Aurelius)

 

 

 

Feng Shui als Spiegel der Seele  (Teil 1  &  Teil 2)
von Klaus Römer

Teil 1

Feng-Shui hier, Feng-Shui dort. Es hat sich zu einem Begriff entwickelt, der bisweilen als Modeerscheinung bzw. Konsumgut gesehen wird. Damit einher geht eine Flut von Buchveröffentlichungen, bei denen es mir persönlich manchmal ganz schwindelig wird, sowie eine große Produktpalette von Feng-Shui Accessoires, die das Leben erleichtern bzw. harmonisierend wirken. Zeitungsartikel und Filmberichte, Interviews und gut gemeinte Tipps runden das Bild ab. Aber was verbirgt sich dahinter? Was hat das mit meinem Leben zu tun, mit meiner Wohnung, meinem Haus, dem Arbeitsplatz, an dem ich tätig bin oder dem Betrieb, den ich leite? Und was könnte mein Zugewinn sein in der Beschäftigung mit dem Thema?
Drei Fragen, mit denen ich im Zusammenhang mit Feng-Shui konfrontiert sehe.

Zunächst zur begrifflichen Klärung:
Feng heißt übersetzt Wind, Shui wird übersetzt mit Wasser. Wind und Wasser symbolisieren die Natur einer Welt, in der alles miteinander verbunden, in ständiger Bewegung und im Austausch ist. Eine Welt, in der nichts verloren geht, die sich im steten Wandel befindet, auch wenn es zugegebenermaßen manchmal nicht so aussieht. Wir Menschen sind Teil dieser Natur, in der es eine Ordnung zu geben scheint, die unsere Vorstellungsmöglichkeiten bei weitem übersteigt:

• sämtliche Zellen in unseren Körpern werden im Laufe von 7 Jahren komplett erneuert
• die Jahreszeiten machen, was Sie wollen, auch wenn wir mittlerweile die Konsequenzen aus unserem Tun dabei deutlich z.B. in Form von Klimaerwärmung zu spüren bekommen. (es geht nichts verloren).
• aber auch unsere Ansichten, Perspektiven, unsere Interessen, selbst unsere Tätigkeitsfelder sind eingebettet in einen endlosen Prozess des Wandels.

Ein ganz natürlicher Aspekt unseres Seins scheint das Bedürfnis nach Ausdruck zu sein. Ideen wollen umgesetzt werden, Gedanken ausgetauscht, Träume verwirklicht. Wir Menschen nehmen mit unserem Denken und Handeln Einfluss auf die materielle Welt, wir gestalten sie. Und wie das o.g. Beispiel der Klimaerwärmung deutlich macht bleibt uns gar nichts anderes übrig als mit den Konsequenzen unseres Tuns zu leben.
Feng Shui beschäftigt sich mit der Wechselwirkung unseres Handelns und Gestaltens und dessen Konsequenzen im Wohn- und/oder Arbeitsbereich. Aber wie bewusst sind wir uns darin?

Übrigens hat die neuere Hirnforschung herausgefunden, dass die Speicherkapazität der bewusst zugänglichen Informationen im Gehirn 2000 KBit/Sekunde beträgt, die der uns Unbewussten 4 Millionen KBit/Sekunde.

Es sieht also so aus als ob ein weitaus größerer Teil unseres Daseins, ( z. B. unserer Gedanken, Handlungen und deren Wirkung), von uns unbewusst in die Welt gesetzt werden.

Feng Shui ist an dieser Stelle ein Beitrag zur Bewusstwerdung, hilft die den Lebensfluß störenden Dinge ins Licht des Bewusstseins zu holen und neu zu bewerten. Kraft unseres Bewusstseins.

Warum wirken Feng Shui Maßnahmen?

Alles was wir tun, ob bewusst oder unbewusst, es hat Auswirkungen und Konsequenzen. Anders ausgedrückt gibt es immer zwei Wirkrichtungen.

Zum einen gestalten wir unsere Umgebung, z.B. indem wir eine Wand mit roter Farbe streichen. Zum anderen gestaltet uns unsere Umgebung, indem die (physikalisch messbare) Schwingungsfrequenz der roten Farbe auf uns zurückwirkt. Hier ist es also vorteilhaft zu Wissen, ob einem die rote Farbe gut tut oder nicht. Hört sich banal an. Aber wie ist es mit dem Inhaber eines mittelständischen Unternehmens, der den Arbeitsplatz in seinem Büro so gewählt hat, dass er dem Betrieb den Rücken zugekehrt hat und zum Fenster ausgerichtet sitzt? Ist dem die Wirkung/Konsequenz seiner Entscheidung bewusst? Vermutlich nicht. Passt seine „Positionierung“ mit seiner Funktion als Chef zusammen? Nein! Er schaut weg von dem, weshalb er dort sitzt und lässt es zu, dass die Dinge hinter seinem Rücken geschehen.

Was liegt beiden Beispielen gemeinsam zugrunde? In beiden Fällen können wir uns als „Opfer“ unserer eigenen Handlungen erleben oder Kraft der spürbaren eigenen Erfahrung für eine entsprechend stimmigere Handlung entscheiden.

 

Teil 2

Feng-Shui ist eine jahrtausende alte Tradition aus dem asiatischen Lebensraum. Es handelt sich um die Überlieferung uralten Wissens von der Harmonisierung des Lebensraumes der Menschen.
Einst ein „Geheimwissen“, das den Gelehrten vorbehalten war, steht es nach vielen Umwälzungs- und Veränderungsprozessen heute allen Menschen zur Verfügung.
In einer Zeit, in der die ganzheitliche Sicht einen immer bedeutenderen Stellenwert erlangt, mag dies nicht verwundern.

Feng Shui heißt wörtlich übersetzt „Wind und Wasser“. Die Lehre des Feng Shui geht von der Annahme aus, dass alles, was uns umgibt ein „Eigenleben“ hat, von Energie „beseelt“ ist, bzw. dass jedwede Materie eine physikalisch messbare Eigenschwingung besitzt. Alles ist permanent in Bewegung, in ständiger Veränderung und Umwandlung begriffen. Alles ist mit allem verbunden und steht in gegenseitiger Wechselwirkung zueinander, wirkt demnach aufeinander ein.
Wir Menschen sind weder getrennt voneinander, noch von der Welt um uns herum.

Das spirituelle Feng Shui westlicher Prägung, das in kleinen Aspekten hier im Weiteren beschrieben wird, stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung, als dem Lebewesen, das die Kapazität hat, das Leben bewusst zu erfahren und zu gestalten. Es beschäftigt sich insbesondere mit den Eingriffen des Menschen in die vorhandenen natürlichen Gegebenheiten, Abläufe und Zyklen, sowie den daraus resultierenden Konsequenzen, z.B. dem Spannungsfeld, das der von Menschen geschaffenen Architektur in Städten entspringt.

Feng Shui ist eine Methode, welche die Qualität der äußeren Umstände (des äußeren Lebensraumes) spürbar erfahrbar macht und eine Beziehung zur Wirkung und Bedeutung auf unseren inneren Lebensraum herstellt (zu unseren Gefühlen, Gedanken, Bildern, Vorstellungen…). Es hilft dabei, dass wir die Konsequenzen zum einen spüren können und unterstützt uns zum anderen darin, uns der Konsequenzen intellektuell bewusst zu werden.

Das Konzept des spirituellen Feng Shui hilft dem Annehmen der inneren Wirklichkeit, ohne zu urteilen oder zu manipulieren.

Mit den äußeren Umständen sind übrigens die von Menschenhand selbst erschaffenen Bedingungen gemeint, die eine bestimmte Wohnqualität, eine bestimmte Empfindungsqualität und damit eine bestimmte Lebensqualität nach sich ziehen. Wir sind es selbst, die sich tagtäglich mit unseren Gewohnheiten und Glaubenssätzen innerhalb dieser Bedingungen bewegen, sie somit kreieren, und aufs Neue erschaffen. Das ist, wie es ist; nicht gut, nicht schlecht. Das Annehmen dessen, was ist, scheint die Erkenntnis der Verantwortung für das eigene Tun nach sich zu ziehen.

Wir neigen jedoch alle mehr oder weniger dazu, uns als unbewußte „Opfer“ der äußeren Umstände zu erleben. Dabei wird allzu leicht vergessen, dass wir selbst die „eigenen vier Wänden“ auswählen, sie z.B. mit Farben oder mit der Einrichtung ausgestalten. Der persönliche Spielraum des Einzelnen ist allerdings mitunter jeweils mehr oder weniger groß. Innerhalb dieses Spielraums wählen wir aus, z.B. Farbe und Einrichtung, die dann auf uns zurückwirkt, die uns „gestaltet“, wenn wir erst in einer Wohnung/einem Haus wohnen oder arbeiten.

Daher scheint es mir sinnvoll und schlüssig zu sein, sich sowohl den Konsequenzen (beispielsweise die Wirkung einer gewählten Farbe), als auch deren „Ursache“ (unserer mehr oder weniger bewussten Farbwahl ) in einer Art und Weise zu widmen, die uns Ursache und Wirkung spürbar erfahrbar macht. Erst in diesem wissenden Sein haben wir die Chance „bessere“ Impulse zu setzen, bessere“ Ursachen zu schaffen, die „bessere“ Konsequenzen für uns nach sich ziehen.

Feng Shui zeigt eine breite Palette an Möglichkeiten auf, wie wir mit der wissenden Gestaltung des äußeren Lebensraumes, die innere Befindlichkeit nachhaltig stärken können.

Klaus Römer

www.roemer-therapie.de